Christoph Weisse

fotografie-blog

Dieser Foto-Blog berichtet aktuell über interessante Erfahrungen, Neuheiten und Ideen in der Landschafts- und Naturfotografie.

 

Unterwegs im Nordwesten der USA

Der Pazifische Nordwesten gehört zu den schönsten Regionen der USA. Und das zu Recht, denn die Natur ist atemberaubend schön. In den Bundesstaaten Washington und Oregon erwartet den Besucher eine einzigartige zerklüftete Küste, unberührte Wildnis und riesige Waldgebiete. Weltweit bekannt ist z.B. der subtropische Regenwald, der den Olympic National Park im Bundesstaat Washington bildet. 

Am Anfang stehen die Berge: Bis zu 2424 Meter hoch, stemmen sich die vergletscherten Spitzen der Olympic Peninsula den Pazifikwinden entgegen. Bei Port Angeles zweigt eine gut ausgebaute Straße vom Highway 101 ab, die in den Olympic Nationalpark hinein zur Hurricane Ridge führt. Vom Meeresniveau geht es durch etliche Kurven bis auf 1598 Meter hinauf.  Südwestlich des Lake Crescent erreicht der Highway 101 den Ort Forks, bekannt durch die „Twilight“-Vampirromane und -filme. Von Forks aus geht es in verschiedenen Touren zum steinigen Rialto Beach, wo der Ozean immer wieder imposante Baumstämme als Treibholz auf den Strand wirft, zum Second Beach mit seinen unglaublichen Sea-Stacks oder nach Osten in den Hoh-Rainforest. Die Straße dorthin verläuft durch einen Tunnel von Bäumen, die ihre Kronen über der Fahrbahn vereinigen. Lange geht es am Hoh River entlang, der im Sommer wenig Wasser führt. Auf den Kiesbetten lagern weitere große Baumstämme, die nach der Frühlingsflut liegengeblieben sind – umgestürzte Urwaldriesen, die es noch nicht bis zum Pazifik geschafft haben. Der Hoh-Rainforest ist ein verwunschen wirkender Zauberwald wie aus „Herr der Ringe“: voller Farne, Moose und umgefallener Sitkafichten, die stehend bis zu 70 Meter hoch werden.

Weiter geht es vom Lake Quinault aus etwa 200 Kilometer südlich bis zur Mündung des Columbia River, der Staatsgrenze nach Oregon. Von dort führt der Highway 101 meist dicht am Ozean entlang, wo sich mehrere hübsche Strandorte aneinanderreihen. Cannon Beach ist einer von Ihnen, es gilt als "artsy" und als "Carmel des Nordwestens". Die Hauptattraktion ist dort der Haystack-Rock und hoch oben auf einem bewaldeten Felsvorsprung am Ecola Point eröffnet sich ein traumhafter Blick nach Süden über die Küste Oregons. Manche Fotografen sagen, es sei der mit Abstand schönste Blick auf die Küste Oregons. 213 Kilometer südlich von Cannon Beach liegt Yachats, wo einer der besten Abschnitte des Highway 101 beginnt: Die Strasse verläuft direkt am Pazifik entlang, teilweise oberhalb steil abfallender Klippen. Hier findet man auch einen der schönsten Leuchttürme an der Westküste, das Heceta Head Lighthouse. Der Leuchtturm liegt idyllisch auf einer Anhöhe über dem Meer und wurde 1894 gebaut. Das Licht in der Nacht konnte bis zu 39 km weit gesehen werden und machte die Befeuerung des Heceta Leuchturms zur stärksten an der gesamten Westküste. Ein Stück weiter südlich findet man in der Nähe der Strasse "Thor's Well", ein geysirähnliches Felsloch mit beeindruckenden Wasserfontänen.

Ab Bandon empfiehlt sich die Abzweigung in der Landesinnere, insoferne man nicht weiter nach Nordkalifornien weiter fahren möchte. Über die Highways 42 und 138 kommt man nach rund 300 Kilometern zum Crater Lake National Park, ein ursprünglich fast 3700 Meter hoher Vulkan, der nach einem Ausbruch vor 6800 Jahren in sich zusammenstürzte und einen Krater mit 11 km Durchmesser bildete. Der Crater Lake National Park gehört zu den weniger bekannten National Parks, weil er abseits von den klassischen Touristenrouten liegt und darüberhinaus nicht einfach zugänglich ist - oft liegt dort Schnee bis in den Juli hinein und schon ab September kann es sein, dass der Park wegen starken Schneefalls nur eingeschränkt zu befahren ist. Das Wasser des Kratersees zählt zu den 10 reinsten Wasservorkommen in dieser Welt, weil der abflusslose Krater sich im Laufe der Jahrtausende nur mit Regen- und Schmelzwasser gefüllt hat. Die bei Fotografen legendäre atemberaubende tiefblaue Farbe des glasklaren Wassers entsteht durch die grosse Tiefe des Sees (589 m) und den schwarzen Untergrund. 

Fazit: Diese kurze Übersicht zeigt nur sehr oberflächlich die vielen Möglichkeiten auf, die einzigartige und atemberaubende Natur in Washington und Oregon zu entdecken. Dazu kommt, dass diese Region vom internationalen Tourismus eher weniger besucht wird. Es lohnt sich, Schwerpunkte zu setzen, um zu grosse Fahrstrecken zu vermeiden. Weitere Bilder in der >> Fotogalerie