Christoph Weisse

fotografie-blog

Dieser Foto-Blog berichtet aktuell über interessante Erfahrungen, Neuheiten und Ideen in der Landschafts- und Naturfotografie.

 

Bryce Canyon im Winter

Reisen in die Nationalparks der USA außerhalb der Saison hat viele Vorteile – aber auch einige Nachteile. Sehr praktisch ist die Verfügbarkeit von Übernachtunsgmöglichkeiten in vielen Parks - und kostensparend ist es auch. Im Bryce Canyon zum Beispiel kann man einerseits kurzfristig Zimmer für wenig Geld buchen, andererseits ist die Auswahl aber auch eingeschränkter. Bis in den März hinein haben noch viele Unterkünfte rund um den Bryce Canyon geschlossen. Aus meiner Sicht der wichtigste Vorteil sind aber die wenigen Besucher - bei unserem letzten Besuch vor wenigen Tagen war ich am Sonnenaufgang allein und konnte die grandiose Natur in Stille und ohne die üblichen Beeinträchtigungen geniessen. Diesen Luxus lernt man vor allem dann schätzen, wenn man die Situation z.B. mit einem Besuch im September vergleicht.

Wichtig bei Besuchen im Winter ist eine gute Vorbereitung: Der Bryce Canyon liegt ziemlich hoch (2800 m) und im Durchschnitt fallen im Winter zwischen November und März über zwei Meter Schnee. In dieser Zeit ragen die roten Felsspitzen aus dem weißen Pulverschnee – ein gigantischer Anblick! Man muss unbedingt warme Winterkleidung, Handschuhe, Kopfschutz usw einpacken. Die Tageshöchstwerte betragen etwa 4° C und nachts können die Temperaturen auf bis zu -34° C fallen. Da die Strassen nur eingeschränkt befahrbar sind, empfiehlt sich die Miete von Schneeketten bei der Autovermietung. Auch Kleinigkeiten wie Eiskratzer für die Scheiben sind hilfreich und in Mietwagen nicht vorhanden.

Der Bryce Canyon ist von Las Vegas, Nevada, und Salt Lake City, Utah, in weniger als vier Autostunden erreichbar. Während der Grand Canyon in Arizona vor allem durch seine Größe beeindruckt, wirkt der Bryce Canyon in Utah eher beschaulich und teilweise fragil. Im Laufe von Jahrmillionen schufen Wind, Eis und Wasser hier eine faszinierende Welt aus Felsnadeln, Steintürmen und tiefen Furchen. Im Winter bekommt diese einmalige Landschaft durch den Schnee noch eine besondere Note. Bei unseren beiden letzten Besuchen, im Februar 2017 und März 2018 hatten wir richtig Glück mit dem Wetter, es war kalt, ca. -4 Grad, aber tagsüber zum grossen Teil sonnig. In der Nacht stürmte und schneite es allerdings heftig, so dass ich mir am Morgen den Weg durch teilweise kniehohenhohen Pulverschnee bahnen musste. Die Straßen waren gegen 7 Uhr morgens bereits geräumt, allerdings gab es einige Stellen, die komplett vereist waren. Mehr Infos zum Bryce Canyon im Winter findet ihr auch auf der Homepage des Parks. Weitere Fotos zu den USA findet ihr in der folgenden Galerie.