Christoph Weisse

fotografie-blog

Dieser Foto-Blog berichtet aktuell über interessante Erfahrungen, Neuheiten und Ideen in der Landschafts- und Naturfotografie.

 

Theaterfotografie: Die Junge Bühne Basel spielt Molière

Erneut startet die Junge Bühne Basel in ein spannendes Theaterjahr. Nach vergangenen Produktionen zu Shakespeare, Schiller und Ibsen will man in diesem Jahr mit Molière einen weiteren Klassiker entdecken. Über 7000 begeisterte Zuschauer in den vergangenen Produktionen unterstreichen die erfolgreiche Arbeit der Regisseurin Andrea Pfähler und des ganzen Teams der Jungen Bühne. 

Molière hat das Theater seiner Zeit geprägt wie kein anderer. Das Leben am Hof seines Mäzens Ludwig XIV. war voller Widersprüche und Ungeheuerlichkeiten, sein Mut zur Wahrheit bewundernswert, der Spott über seine Zeitgenossen unerbittlich. Die Quellen zu Molières Leben sind rar und zum Teil widersprüchlich. Andrea Pfaehler hat die vorhandenen wissenschaftlichen und künstlerischen Vorlagen gründlich recherchiert, um diesem Material eine angemessene Form zu geben. Die Première ist am Freitag, 25. August 2017. Weitere Informationen unter dem folgenden Link.

Für diese Produktion der Jungen Bühne haben wir das bestehende Konzept der Bühnenfotografie überarbeitet. Wir wollen noch mehr das Essentielle zum Ausdruck bringen und auch den Prozess der Entstehung der Produktion sichtbarer machen. Erstmals kam bei dieser Produktion die Nikon D5 zum Einsatz, während ich beim Objektiv weiter auf das bewährte Nikkor 70-200mm gesetzt habe. Generell erscheinen mir in der Theaterfotografie verschiedene Faktoren als anspruchsvoll, dies in technischer wie auch gestalterischer Hinsicht : 

  • Schwierige Lichtbedingungen: Die Theaterfotografie findet oft bei spärlicher Beleuchtung statt. Die Konsequenz für den Fotografen sind hohe ISO-Werte, offene Blende und idealerweise lange Verschlusszeiten. 
  • Harte Kontraste: Der oftmals Bühnenraum kombiniert mit den starken Scheinwerfern und heller Kleidung der Schauspieler schafft einen Kontrastumfang, der im wahrsten Sinne des Wortes alles in den Schatten stellt. Oft übersteigt dieser Kontrastumfang die Möglichkeiten einer Kamera bei weitem mit der Konsequenz, systematisch mit Headroom in der Belichtung zu arbeiten.
  • Starkes Teleobjektiv: Da man in der Bühnenfotografie tendenziell am Bühnenrand bleibt, ist ein starkes Tele oft das Werkzeug der Wahl - allerdings mit der Konsequenz, auf die oben erwähnten langen Verschlusszeiten zu verzichten und tendenziell noch höhere ISO-Werte zu verwenden.
  • Geschwindigkeit: Theaterfotografie kann sehr schnell sein, und anders als bei vielen Sportarten sind die Bewegungen unerwartet und teilweise völlig überraschend. Für den Fotografen bedeutet trotz das, kurze Verschlusszeiten wählen zu müssen zum Preis noch höhere ISO-Werte. Sehr wichtig ist auch ein vorgeplanter Pfad für schnelle Stellungswechsel.
  • Das Wesentliche erfassen: Über die technischen Voraussetzungen hinaus geht es darum, auf die richtigen Dinge achten, ein möglichst stimmiges Verhältnis von Vordergrund und Hintergrund zu finden, verschiedene Handlungsstränge erkennen, das Gefühl für den Höhepunkt in einer Szene entwickeln, räumlich vorausdenken und das Geschehen antizipieren.